Ratgeber Bipolare Störung

Informationen für Betroffene und Interessierte

Bipolare Störungen: Therapie

Wer unter bipolaren Störungen leidet, muss meistens ein Leben lang therapiert werden, da die Erkrankung in den meisten Fällen nicht heilbar ist. Der Therapieverlauf gliedert sich in drei aufeinander folgende Bereiche. Da sich der Betroffene bei Therapiebeginn meistens in der Akutphase befindet, kommt zunächst die medikamentöse Therapie zum Einsatz. Je nachdem, ob sich der Betroffene in einer Depression oder in einer Manie befindet, werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Während der gesamten Behandlungszeit werden die Medikamente in Abhängigkeit von Form, Ursache und Ausprägung der Erkrankung abgestimmt und gewechselt. Medikamente, die bei einer Depression eingesetzt werden, erbringen bei einer Manie nicht den gewünschten Effekt und umgekehrt. Durch die Medikamente soll der Betroffene schnellstmöglich aus seiner akuten Phase herausgeholt und stabilisiert werden. Diese sog. Akuttherapie kann mehrere Wochen bis Monate dauern, bis Verbesserungen eintreten.

Der zweite Bereich ist die sog. Erhaltungstherapie. Hier wird der teilweise noch instabile Zustand des Betroffenen stabilisiert, sodass direkte Rückfälle möglichst vermieden werden. Neben der medikamentösen Therapie wird meist auch eine Psychotherapie in Form von Einzel- und Gruppengesprächen angeordnet. Hierbei werden Realitäts- und Selbstbewertungen geprüft und korrigiert. Die Erhaltungstherapie kann mehrere Wochen bis Monate andauern.

Die Phasenprophylaxe (Rückfallvorbeugung) wird direkt eingesetzt, nachdem sich die Stimmungslage des Betroffenen wieder normalisiert und stabilisiert hat. In dieser Phase wird die medikamentöse Behandlung weitestgehend reduziert. Aufgrund der ständigen Rückfallmöglichkeit müssen die medikamentöse sowie die psychische Behandlung jedoch weitergeführt werden und sollten niemals aus eigenem Ermessen verändert oder gar abgebrochen werden.

Die medikamentöse Therapie besteht in allen drei genannten Phasen aus den sog. Stimmungsstabilisatoren. Sie sollen die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Erkrankungen reduzieren und wirken als Ausgleich der übermäßigen Stimmungsschwankungen. Als Wirkstoffe werden u. a. Lithium, Valproinsäure, Carbamazepin oder Lamotrigin eingesetzt. Liegt eine schwere Depression vor, werden oft zusätzlich Antidepressiva oder Neuroleptika eingesetzt. Eine neuere Generation der Neuroleptika, die sog. atypischen Neuroleptika, bietet bezüglich der Verträglichkeit Vorteile.

sh

lungenkrebs-aktuell.de bookmarken

Weitere Artikel im Bereich Therapie:

Bipolare Störungen: Therapie

Der Startartikel in diesem Bereich gibt Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten bei Bipolaren Störungen.

News zu Bipolaren Störungen von Curado.de

  • Von Melancholie bis Manie
    Vom 26. bis 28. März 2009 veranstaltet die Klinik für Allgemeine Psychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg einen wissenschaftlichen Kongress zu "Affektiven Störungen", krankhaften Veränderungen der Stimmungslage.
  • Immer mehr Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen
    Hamburg (AP) Psychische Krankheiten sorgen für immer mehr Ausfälle am Arbeitsplatz. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Hamburg meldete, sind die psychisch bedingten Fehlzeiten bei Berufstätigen in den letzten zwei Jahren um fast 20 Prozent gestiegen.
  • Betroffene und Angehörige sollten anhaltende Stimmungsschwankungen ernst nehmen
    Durchleben Menschen scheinbar unerklärliche Wechsel zwischen Euphorie und Schwermut, sollten diese Stimmungsschwankungen vom Facharzt abgeklärt werden. Es könnte eine manisch-depressive Erkrankung vorliegen, die vermutlich auf einem gestörten Stoffwechsel im Gehirn basiert.